Quelle: Ludwigsburger Kreiszeitung, Montag, den 10. Januar 2000  
NS-Verfolgte: Die Jehovas Zeugen Ausstellung im Rathaus beginnt am Mittwoch
Mit einer besonderen Veranstaltungsreihe im Rathaus von Murr wollen Jehovas Zeugen aus Marbach auf die fast vergessenen Opfer ihrer Glaubensgemeinschaft währen des Dritten Reiches hinweisen.

Vom 12. bis 16. Januar zeigen sie im Foyer des Rathauses die Ausstellung "Standhaft trotz Verfolgung". Für interessierte Besucher wie Schülergruppen werden begleitende Videodokumentationen vorgeführt. Den Auftakt zu dieser Woche des Erinnerns bildet eine Eröffnungsveranstaltung am 12. Januar um 19 Uhr im Bürgersaal.

Historiker und Zeitzeugen wollen ein Bild der Leidensgeschichte der Religionsgemeinschaft nachzeichnen, deren Angehörige unter dem Hitlerregime gemeinhin als "Bibelforscher" bekannt waren. Als religiöse Gruppe wurden sie in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern mit einem eigenen Häftlingssymbol, dem lila Winkel, kenntlich gemacht und stigmatisiert. Eine Verfolgte, Gertrud Wulle aus Asperg, saß wegen ihres Glaubens in Einzelhaft.

Info: Ausstellung "Standhaft trotz Verfolgung – Jehovas Zeugen unter dem NS-Regime" im Foyer des Rathauses Murr, Hindenburgstraße 60, vom 12. Bis zum 16. Januar Mi. bis Fr. 9-19 Uhr, Sa. 9-22 Uhr, So. 10-16 Uhr. Keine religiöse Verkündigung. Eintritt frei.

Siehe auch:

Standhaft.org/Murr
weiterführende Informationen zu der im Artikel beschriebenen Veranstaltung

Gertrud Wulle
Lebenslauf


 

 

 

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