Katrin Seybold
Nein!
Zeugen des Widerstandes in München 1933 - 1945
Ausschnitt aus dem Prospekt:
"Der neue Film der renommierten Filmemacherin Katrin Seybold
zeigt anhand von Dokumenten, Fotos und Interviews mit überlebenden Zeitzeugen
die Arbeit der Widerstandskämpfer in München während der Naziherrschaft. In
diesem anrührenden 54-Minuten-Dokumentarfilm erzählen Überlebende von
zumeist persönlich motiviertem, individuellem Widerstand gegen das NS-Regime.
Es sind leise Worte im Vergleich zum ohrenbetäubenden Lärm der gewohnten
Nazi-Dokumente über pompöse Weihungen und Festakte. Diese wenigen über den
Krieg geretteten Bilder der Verfolgten haben nichts gemeinsam mit dem Flattern
von Hakenkreuzfahnen und den üblichen Dokumenten über Führer und Masse,
Spitzensportlern und deutschem Volk.
| Wir sehen Louise Oehl, die Giorgi Dimitroff und
anderen untergetauchten osteuropäischen Parteigenossen der
Kommunistischen Partei half und Engelbert Öggel, der wegen
Verbreitung der kommunistischen "Neuen Zeitung" in
Stadelheim und später im KZ Dachau landete. Hans Weber, junges
Parteimitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend, war bewusst in den
Widerstand gegangen, ihm wurde der Prozess gemacht und nach dem
Zuchthaus kam er ins KZ Esterwegen. Anni Pröll, geb. Nolan,
deren Gruppe durch Verrat aufflog, durchlitt Einzelhaft und kam in das
Frauen-KZ Mringen, Centa Herker-Beimler, Frau des bekannten
Widerstandkämpfers Hans Beimler, dem 1933 die Flucht aus dem KZ
Dachau gelang und der mit seinem Buch "Mörderlager Dachau"
die Öffentlichkeit informierte, Walter Joelsen, dem verboten
wurde, die Schule zu besuchen, weil sein Vater Jude war, und der in
der evangelischen Jugend Zuflucht fand. Gertrud
Poetzinger, die Hutmacherin aus Schabing, die mit ihrem Mann
illegale Schriften der Bibelforscher an Glaubensbrüder verteilte. Ein
Verwandter von Georg Elser, Hans Elser erinnert an den
Schreiner, der mit dem Hitler-Attentat im Münchner Bürgerbräukeller
den Krieg verhindern wollte und dafür mit dem Leben bezahlte. Gertrud
Nerdinger berichtet von illegale Treffen und Sabotageakten der
sozialdemokratischen Gruppe um Hermann Frieb und dem Augsburger
Bebo Wager. Wir sehen Imma Mack, Schwesternschülerin des
Klosters Freising, die über die KZ-Gärtnerei Briefe der Gefangenen
schmuggelte und sie mit Typhusmedikamenten versorgte. Anneliese
Knoop-Graf, die Schwester von Willi Graf erzählt von der
studentischen Widerstandsgruppe "Weiße Rose". Marie
Luise Schultze-Jahn, die nach dem Tod von Sophie und Hans Scholl
mit ihrem Freund Hans Leipelt die Flugblätter weiter verbreitete,
bekam dafür 12 Jahre Zuchthaus, Hans Leipelt wurde hingerichtet. |
"Es sollen einmal andere besser und glücklicher leben, weil wir
gestorben sind." Diese letzten Worte eines Widerstandskämpfers sind zum
Leitgedanken des Films geworden. Katrin Seybold hat unbeirrt und mit
Engagement bereits seit Jahren über 40 Dokumentationen, darunter viele über
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus, gedreht. Ihre Filme über
das "Dritte Reich" und das Schicksal der Sinti wurden von
KZ-Gedenkstätten und Museen in Washington, Jerusalem und Auschwitz
übernommen."
siehe auch:
Den Zeitzeugen verstummte oft der Mund
Augsburger Allgemeine Zeitung, 29. Januar 1999 Nein!
medien praktisch 1/99 Widerstand aus Überzeugung
Münchner Abendzeitung, 14. Oktober 1998 Ein
Dokument des Widerstandes
Süddeutsche Zeitung, 15. Oktober 1998 Berlinale
1999
Bericht über das obengenannte Video
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Autorin, Regie: Katrin Seybold
Produktion und Vertrieb:
Katrin Seybold Film GmbH
Adalbertstraße 28
80799 München
Tel. (089) 34 86 19
Fax (089) 33 39 02
Vorführung:
25. September 1999
17.45 Festsaal
Kulturhaus K4, Nürnberg
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