| Hans Hesse (Herausgeber)
Am mutigsten waren immer wieder die Zeugen Jehovas Verfolgung und Widerstand der Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus Die "Ernsten Bibelforscher", wie sich die Zeugen Jehovas noch bis Anfang der 30er Jahre nannten, wurden vom nationalsozialistischen Staat systematisch und unerbittlich verfolgt. Sie weigerten sich mit großer Konsequenz dem Führerkult des neuen Staates, sie lehnten die Arbeit in der Rüstungsproduktion ab, viele von ihnen waren Kriegsdienstverweigerer - schnell gerieten sie ins Fadenkreuz der nationalsozialistischen Verfolgungsbehörden. Sehr viele der Zeugen Jehovas mussten Schikanen, Gefängnis oder KZ-Internierung erdulden. Dennoch zählen die Zeugen Jehovas zu den "vergessenen Opfern" des faschistischen Staates. Weder in der DDR, wo die Zeugen schon nach wenigen Jahren wieder unter Diskriminierungen und willkürlichen Haftstrafen zu leiden hatten, noch in der BRD fand eine Aufarbeitung der Geschichte dieser Religionsgemeinschaft während der NS-Zeit statt. Erst seit wenigen Jahren rücken die Zeugen Jehovas ins Blickfeld der Forschung, die indes noch in den Anfängen steckt. Dieser Sammelband vereinigt verschiedene Einzeluntersuchungen sowohl von Historikern als auch aus Kreisen der Zeugen Jehovas selbst. Er bietet somit erstmals einen Überblick über den aktuellen Stand der Forschung und versteht sich zugleich als Versuch, Berührungsängste abzubauen und einer interessierten Öffentlichkeit die Geschichte einer in der Tat "vergessenen Verfolgtengruppe" näher zu bringen. Erstmals werden auch zahlreiche bisher unveröffentlichte Dokumente zugänglich gemacht.
Rezension bei H-SOZ-U-KULT
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Edition Temmen ISBN 3-86108-724-3 450 Seiten, mit 150 Abbildungen, gebunden. |
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