Emmy Zehden
Artikel über Emmy Zehden veröffentlicht im Erwachet! vom 22.Januar 1997
 

Viele Wege führen nach Rom - aber auch nach Berlin. Wer den Luftweg über Tegel wählt und sich für die Fahrt ins Zentrum ein Taxi nimmt, kommt an der Gedenkstätte Plötzensee vorbei, die sich in der Gegend des Flughafens befindet.

Heute vor fünf Jahren wurde in unmittelbarer Nähe der Gedenkstätte eine Straße nach Emmy Zehden benannt, einer Frau, die vor 53 Jahren in Plötzensee hingerichtet wurde. Sie mußte unter dem Fallbeil sterben, weil sie drei junge Männer vor den NS-Schärgen bewahrt hat, die die Kriegsmaschinerie Hitlers aus Gewissens- und Glaubensgründen nicht unterstützen konnten. Emmy Zehden war - wie Horst Schmidt und seine beiden Freunde - eine Zeugin Jehovas, die lieber den eigenen Tod in Kauf nahm, als diejenigen zu unterstützen, die andere Menschen umbringen sollten. Alle vier Personen wurden zum Tode verurteilt, doch Horst Schmidt kam als einziger aus der Todeszelle wieder frei und tritt heute noch dafür ein, daß Christen sich an den Grundsatz halten müssen: Du darfst nicht töten!
Emmy Zehden wurde zwar am 9. Juni 1944 hingerichtet, doch die Erinnerung an ihr positives Beispiel für christlichen Mut und die Entschlossenheit, an biblischen Grundsätzen festzuhalten, lebt im Emmy-Zehden-Weg in Berlin fort. Wenn man auf der Fahrt vom Flughafen Tegel ins Zentrum Berlins den Saatwinkler Damm entlangfährt, sollte man den Taxifahrer bitten, einmal kurz am Straßenrand zu halten, um sich das Schild 'Emmy-Zehden-Weg' zu betrachten. Es zeugt von mutigem Handeln trotz stärkstem Widerstand.

Literaturhinweise:

Erwachet,
Hrsg.: Wachtturm Bibel- und Traktat- Gesellschaft,  22.01.97 Seite 31;

Garbe, Detlef,
"Zwischen Widerstand und Martyrium. Die Zeugen Jehovas im "Dritten Reich" (Studien zur Zeitgeschichte Band 42)",
R. Oldenbourg Verlag, München, 3.Auflage, 1997, Seite 341, 349f, 550;

Jehovas Zeugen. Menschen aus der Nachbarschaft. Wer sind sie?,
Hrsg.: Wachtturm Bibel- und Traktat- Gesellschaft, Deutscher Zweig. Selters(Taunus), 1995,  Seite 4;

Lila Winkel die "vergessenen Opfer" des NS-Regimes. Die Geschichte eines bemerkenswerten Widerstand. Begleitheft zur Ausstellung,
Hrsg.: Wachtturm Bibel- und Traktat- Gesellschaft, Selters (Taunus), Seite 19, Bild 40; Seite 24, Bild 19;

Sandvoß, Hans - Rainer,
Widerstand in Spandau - Band 3 der Schriftenreihe über den Widerstand in Berlin von 1933 bis 1945
(Hrsg.: Gedenkstätte Deutscher Widerstand), 1988, Seite 155, 159;

Wörmann, Heinrich-Wilhelm,
Widerstand in Charlottenburg - Band 5 der Schriftenreihe über den Widerstand in Berlin von 1933 bis 1945
(Hrsg.: Gedenkstätte Deutscher Widerstand), 1991, Seite 231, 254;

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