| Biographie von Wilma Wismach (geb. 04.02.1921) |
| Der Vater |
wird 1924 von seinem Arbeitskollegen zu dem Vortrag „Millionen
jetzt Lebender werden nie sterben" ins Rathaus eingeladen. Dieser Vortrag
fesselt ihn, er beschäftigt sich daraufhin mit der Literatur der Bibelforscher
und nimmt wenig später, im November des gleichen Jahres, gemeinsam
mit seiner Frau den Glauben der Bibelforscher an.
Wilma ist zu diesem Zeitpunkt 3 Jahre alt. Ab dieser Zeit wird sie im
neugefundenen Glauben der Eltern erzogen.
Die Gruppe der Bibelforscher ist zu dieser Zeit noch klein. Ab
Ende der 20er Jahre werden die Versammlungen regelmäßig im Hause
der Wismachs abgehalten. |
| Die Mutter |
stellt sich bald schätzend vor die Familie, da der Vater immer
mehr an den Folgen seiner Hirnverletzung aus dem Ersten Weltkrieg leidet.
Mutig beteiligt sich jedoch die ganze. Familie an Kampagnen, indem sie
in Blitzaktionen Broschüren wie "Die Krise" und den "Offenen Brief"
verteilt. |
| In der Schule |
gibt es einige Anfeindungen, als Wilma als Kommunistenmädchen
beschimpft wird. Im allgemeinen ist das Miteinander in der Soester Bevölkerung
jedoch gut. |
| Das Haus |
der Familie Wismach wird immer mehr zum zentralen Punkt in Soest, als
die Verfolgung größer wird. Erste Durchsuchungen finden
statt und schließlich wird die Mutter mit einigen anderen verhaftet.
Nur einem glücklichen Umstand ist es zuzuschreiben, dass sie
wieder freikornmt, während andere zu KZ-Haft verurteilt wcrden.
Die SS wütet so sehr, dass fast der gesamte "Stamm" der Soester
Gruppe lahmgelegt wird und eine zeitlang der Kontakt zu anderen Untergrundgruppen
abreißt. |
| Wilma |
ist diejenige, die den wieder entstandenen Kontakt nach Bad Lippspringe
zu Familie Kusserow pflegt und dadurch entstehen
neue Freundschaften und ein besonders aktiver Lebensabschnitt beginnt für
Wilma. Sie unternimmt eine waghalsige Reise zum KZ Ravensbrück,
um ihren dort inhaftierten Glaubensschwestern geistige Ermunterung zuteil
werden lassen. Gemeinsam mit ihrer Freundin Irmgard Jalindorf kämpfen
sie sich an SS- Offizieren vorbei, verstecken sich im dichten Nebel, werden
von ihren Glaubensschwestern vor der Aufseherin in Ravensbrück verstecke,
immer unter Einsatz ihres Lebens. Ihr Ziel ist die eigene Glaubenstreue
und die Stärkung ihrer Glaubensbrüder. |
Quelle:
Pressemappe zur Ausstellung "Standhaft trotz Verfolgung", Soest
Regionaler Informationsdienst der Zeugen Jehovas Bereich Ruhrgebiet
Ost
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