Adolf Stirm
geb. 1903 gestorben 24. Febr. 1940
 
Ein Rielingshäuser ist auf tragische Weise in einem Konzentrationslager umgekommen. Der hier 1903 als Sohn von Jakob Stirm geborene Gutsverwalter Adolf Stirm, der auf verschiedenen Gutshöfen tätig war, gehörte der Internationalen Bibelforschervereinigung (IBV) an (heute Zeugen Jehovas). Als überzeugter Vertreter dieser Glaubensrichtung verweigerte er den Wehrdienst mit der Waffe. Nach mehrmaliger Verwarnung wurde er 1937 verhaftet. Er blieb den Glaubenssätzen seiner Religion treu. Nun wurde er vom Sonderlandesgericht Stuttgart wegen Wehrdienstverweigerung und besonders wegen Zugehörigkeit zur IBV angeklagt, verurteilt und zur Festungshaft nach Germersheim gebracht. Im Frühjahr 1938 kam er in das Konzentrationslager nach Dachau, von dort 1939 in das Konzentrationslager Mauthausen. Dort erkrankte er an Ruhr und Typhus; er wurde in den Seuchenblock verbracht, wo er elend ums Leben kam, nicht nur aus Mangel an ärztlicher Hilfe, sondern auch aufgrund der Unterernährung. Bekannte, die mit ihm dort in Haft waren und die überlebten, erzählten von seinem elenden Hinsiechen. Adolf Stirm starb am 24.Februar 1940.

Original-Dokumente:

Personalausweis von 1937 - Adolf Stirm
Anklageschrift, 20. August 1938
Haftbefehl, 22. August 1939
 

Adolf Stirm

Quelle:

Das Ortsbuch von Rielingshausen - 776 erstmals erwähnt. Seit 1972 Ortsteil v. Marbach a. N.
Von Thomas Bauser und Paul Hild, 1973 im Walter - Verlag GmbH - Ludwigsburg, erschienen

 
 

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