| Heinz Seifert
Heinz Seifert wurde im Jahre 1929 in Schmölln/Thür. geboren. Seine Eltern verlegten dann ihren Wohnsitz nach Dresden. Zu seiner Konfirmation im Jahre 1944 bekam Heinz Seifert von seiner Großmutter eine Luther-Bibel als Geschenk. Von dieser Zeit an interessierte er sich für die Bibel. Als im Jahre 1946 in der Zeitung eine Notiz über biblische Vorträge im Strehlener Hof in Dresden erschien, kam die ganze Familie Seifert mit den Zeugen Jehovas in Berührung. Im Jahre 1948 wurde Heinz Seifert als Zeuge Jehovas getauft. Dieser Schritt sollte sein weiteres Leben wesentlich beeinflussen. Im Sommer 1950 erhielt er eine Einladung, im Zweigbüro der Wachtturm-Gesellschaft in Magdeburg zu arbeiten. Doch dazu sollte es nicht kommen, da im August 1950 die Tätigkeit der Zeugen Jehovas in der DDR verboten wurde. So ging Heinz Seifert in den Untergrund, um seine Glaubensbrüder in dieser schweren Zeit des Verbotes zu stärken. Oskar Thiele war damals einer seiner Weggefährten. Er war wie ein Vater für Heinz Seifert, der damals erst 22 Jahre alt war, während Oskar Thiele bereits 50 Jahre alt war. Beide erlebten eine interessante, manchmal spannungsgeladene Zeit miteinander. Die Erfahrungen Thieles, der bereits in der NS-Zeit schwere Verfolgung erlebt hatte, waren für Heinz Seifert sehr glaubensstärkend. Ab dem Sommer 1951 reiste Heinz Seifert dann allein von einer örtlichen Gemeinde der Zeugen zu einer anderen, um die Glaubensbrüder in der DDR weiter zu stärken. Am 29. Oktober 1952 wurde Heinz Seifert in Geithain durch Spitzel verraten und verhaftet. Am 30. Januar 1953 wurde er dann vom Bezirksgericht in Leipzig zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt. In der Haftanstalt Torgau traf er dann auf seinen Glaubensbruder Paul Großmann, der lange Zeit vor dem Verbot 1950 verschleppt worden war und der später wie von der Erdoberfläche verschwunden war. Später wurde Heinz Seifert nach Waldheim gebracht. Hier blieb er bis zu seiner vorzeitigen Entlassung im Oktober 1960 in Haft. Nach seiner Freilassung ging er dann in den Westen Deutschlands. Im Jahre 1966 heiratete er eine Glaubensschwester, mit der er zunächst in Konstanz am Bodensee wohnte. Später zog er nach Malente in Schleswig-Holstein. Dort ist er mit seiner Frau bis zum heutigen Tag als aktiver Zeuge Jehovas tätig und dient in der örtlichen Gemeinde der Zeugen in Eutin als einer der Gemeindevorsteher. Quelle: Regionaler Informationsdienst der Zeugen Jehovas in Sachsen; |
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