| Minna Schreier verw. Krause geb.
Rupprecht
Minna Schreier wurde 1908 in Schlesien geboren. Sie hatte eine harte Kindheit durchzumachen, da ihre alleinerziehende Mutter oft sehr schwer krank war. Im Jahre 1928 trat ein entscheidender Wendepunkt im Leben der jetzt 20-jährigen Minna ein. Erstens lernte sie in jenem Jahr ihren späteren Ehemann Hermann Krause kennen und zweitens hatte ihre Mutter ein Buch mit dem Titel "Versöhnung" gekauft, welches das Leben der Familie völlig veränderte. Sonntag für Sonntag musste Minna ihrer Mutter aus diesem Buch vorlesen, und später, als der junge Mann zu Besuch kam, mußte er mit zuhören. Das was er hörte, begeisterte ihn so sehr, dass er selbst danach griff und darin las. So kamen die drei mit den Lehren der "Bibelforscher" in Berührung. Daraufhin suchten sie im weiten Umkreis nach einem Zeugen Jehovas, der ihnen noch mehr über Gottes Anforderungen für seine Diener und Gottes Verheißungen sagen konnte. Ein Hinweis dieses Zeugen, wie man einige biblische Lehren und Prophezeiungen, verbunden mit je einem Bibeltext, auf eine kleine Karte schreiben und diese Karte dann anderen zu lesen geben könnte, genügte Minna und Hermann, um im Jahre 1933/34 selbst den christlichen Predigtdienst aufzunehmen. Sie teilten sich bestimmte Orte als ihr persönliches Gebiet selbst zu und begannen, von Haus zu Haus zu predigen. Im Jahre 1934 ließen sie sich dann als Zeugen Jehovas taufen. Im Predigtdienst geriet Hermann 1935 an eine falsche Adresse, einen Pfarrer, der dafür sorgte, dass sich Hermann bald mit der Gestapo auseinanderzusetzen hatte. Im Jahre 1936 wurde er dann zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. 1937 kam Hermann wieder frei, und so konnte er sein intensives Bibelstudium fortsetzen, um noch mehr Kraft von Jehova Gott zu erhalten. Dadurch konnte er gemeinsam mit seiner Frau und seiner Schwiegermutter furchtlos schweren Zeiten entgegengehen. 1939 wurde Hermann zur Wehrmacht einberufen. Da er diesem Befehl nicht nachkam, wurde er inhaftiert, vor das Kriegsgericht in Berlin gestellt und am 5.12.39 dort zum Tode verurteilt. Am 22.12.39 wurde er in Berlin-Plötzensee enthauptet. Minna trug all dies gefasst und mit dem festen Vertrauen zu Jehova, dass er sie stärken wird. Wenige Wochen nach der Hinrichtung ihres Mannes folgte der nächste Schlag der Nazis, indem sie Minna die 2-jährige Tochter Anneliese wegnahmen und in ein Heim der Nazis verschleppten. Nach einiger Zeit konnte die Tochter zu Hermanns Bruder, der selbst Nazi war, aber sich gut um das Mädchen kümmerte. 1945 mussten die Menschen aus Schlesien fliehen, und so kam Anneliese wieder zu ihrer Mutter und Großmutter, um dann in Glauchau in Sachsen eine neue Heimat zu finden. Im Jahre 1956 ging Minna ihre zweite Ehe ein. Paul Schreier aus Tauscha bei Penig, der selbst über 10 Jahre im KZ Buchenwald hart geprüft wurde und dort standhaft blieb, lebte nun mit Minna noch über 6 Jahre bis zu seinem Tode zusammen als Ehepaar. Ihre Tochter Anneliese wurde vor 10 Jahren von einer schlimmen Krankheit betroffen und musste sterben. Minna Schreier ist mittlerweile 89 Jahre alt und weiterhin eine loyale Zeugin für Jehova. Ihr Eifer und ihre Freude im Dienste Gottes sind für viele ein Vorbild. Sie ist mit der örtlichen Gemeinde der Zeugen in Glauchau-Oberstadt verbunden. Quelle: Regionaler Informationsdienst der Zeugen Jehovas in Sachsen; |
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