| Gisbert Scholze
Gisbert Scholze (geb. 1932) kam durch die Vertreibung aus seiner Heimat nach dem Ende des 2. Weltkrieges als Flüchtling in die Lausitz. Er war ein wahrheitssuchender und gerechtigkeitsliebender junger Mensch, der seinen ersten Halt in der evangelischen Kirche suchte und zunächst auch fand. Doch bald wurde er von dieser Kirche sehr enttäuscht, da er merkte, dass vieles, was dort getan wurde, nicht mit der Bibel übereinstimmte. So wandte er sich den Zeugen Jehovas zu, um deren Lehren zu prüfen. Im Alter von 17 Jahren entschied er sich im Jahre 1949, gemäß den Glaubenslehren der Zeugen zu leben und ließ sich als Zeuge Jehovas taufen. Als 1950 die Tätigkeit der Zeugen verboten wurde und 6 Glaubensbrüder aus seiner näheren Umgebung in einer Nacht- und Nebelaktion von der Stasi verhaftet wurden, ließ er sich dennoch in seinem Glauben nicht erschüttern und blieb standhaft. In der Nacht vom 12. zum 13. Mai 1951 wurde Gisbert Scholze gemeinsam mit zwei weiteren Glaubensbrüdern verhaftet. Seine Untersuchungshaft, die 7 Monate dauern sollte, begann zunächst im Stasigefängnis Dresden und dann in Bautzen II. In einem Schauprozess im Dezember 1951 in Dresden wurde er gemeinsam mit vier weiteren Zeugen zu hohen Zuchthausstrafen verurteilt. Gisbert Scholze sollte für 15 Jahre ins Zuchthaus. Nach einem Jahr Einzelhaft im Zuchthaus Bautzen II kam er in das "Gelbe Elend" von Bautzen. Seine weiteren Stationen waren Waldheim, dann wieder Bautzen I und schließlich Brandenburg. Während dieser langen Jahre hatte er große gesundheitliche Probleme. Gisbert Scholze erzählt: Gisbert Scholze hat noch heute unter den Folgen seiner Haft zu leiden und ist in ständiger ärztlicher Behandlung. Trotz all dieser Belastungen ist er stets ein treuer Zeuge für seinen Gott Jehova geblieben. Heute ist er mit Jehovas Zeugen der örtlichen Gemeinde von Seifhennersdorf verbunden. Quelle: Regionaler Informationsdienst der Zeugen Jehovas in Sachsen; |
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