| Christa Schmiedel, geb. Poller
1936 kam ihr Vater Max Poller erneut ins Gefängnis und anschließend wurde er in sogenannte "Schutzhaft" genommen, d.h. er wurde in die Konzentrationslager der Nazis verschleppt. Buchenwald, Wewelsburg und Ravensbrück waren für ihn die Orte der Qualen, bis er 1945 aus Ravensbrück befreit wurde. Christas Mutter Gertrud Poller wurde 1937 wegen ihres Glaubens ebenfalls für 8 Monate ins Gefängnis gesperrt. Die damals 10-jährige Christa wurde in dieser Zeit von Verwandten aufgenommen. Nach Freilassung ihrer Mutter war es mit großen Schwierigkeiten verbunden, dass sie wieder nach Hause durfte. Erst die Bürgschaft von Verwandten am Wohnort – die alle NS-Parteimitglieder waren – machte dies möglich. Als Zehnjährige besuchte Christa im Jahre 1937 ihre Eltern in verschiedenen Gefängnissen der Nazis, was für sie einprägsame Erlebnisse waren, die ihr bis heute lebendig im Gedächtnis geblieben sind. Im Herbst des Jahres 1945 wurde Christa selbst eine Zeugin Jehovas. 1948 ging Christa mit Johannes Schmiedel den Bund der Ehe ein. Da das junge Paar keine eigene Wohnung hatte und mit Christas Eltern zusammenlebten, wurden sie durch die Ereignisse des Jahres 1950 und dem Verbot der Zeugen Jehovas durch die DDR-Regierung mit betroffen, denn jetzt folgten wiederum mehrere Hausdurchsuchungen durch die Volkspolizei und weitere Verhaftungen ihres Vaters Max Poller. Im Jahre 1952 wurde Max Poller durch die DDR-Justiz zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt. Die Gründe für dieses Urteil waren "Boykotthetze, Kriegshetze und Verbreitung friedensgefährdender Gerüchte". Schikanen aller Art kamen erneut über Christa Schmiedel und ihre Familie. So musste sich Christa Schmiedel gemeinsam mit ihrem Ehemann zu einigen willkürlich festgelegten Zeitpunkten täglich bei der Volkspolizeidienststelle in ihrem Wohnort melden. Max und Gertrud Poller blieben trotz aller Verfolgung standhaft und treu in ihrem Glauben bis zum Tod. Christa und Johannes Schmiedel blieben ebenfalls tätige und freudige Zeugen Jehovas bis zum heutigen Tag. Jetzt sind sie mit Jehovas Zeugen der örtlichen Gemeinde Annaberg-Buchholz/West verbunden. Quelle:
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