| Marga Roth, geb. Winkler
Marga Roth wurde 1926 geboren. Anfang der 1920er Jahre kamen Margas Großeltern, Familie Max Winkler in Dittmannsdorf bei Flöha mit den Bibelforschern in Berührung. Sogleich machten sie diesen neugefundenen Glauben zu ihrem Lebensweg. So erfuhren auch bald Margas Eltern, Willy und Paula Winkler, von der biblisch begründeten Hoffnung und wurden ebenfalls Bibelforscher. Die Familie Winkler erzählte vielen weiteren Menschen in Dittmannsdorf und Kleinolbersdorf von der Bibel, und so entstand in diesen Orten eine rege Predigttätigkeit. Da sie ihrem Glauben gemäß lebten, führte es bereits anfangs der NS-Zeit zu vielerlei Drangsal und harter Verfolgung. Margas Onkel Oskar Grundmann aus Kleinolbersdorf musste für 9 Jahre in das KZ Buchenwald. Die beiden Kinder von Oskar und Hulda Grundmann, Gerda und Bruno, wurden von zu Hause weggeholt und zu fremden Familien gebracht, um die religiöse Erziehung zu unterbinden. Martin Winkler, ein weiterer Onkel von Marga Roth, kam ebenfalls für viele Jahre in das KZ. Das gleiche Schicksal erlebten ihre Tanten Meta, Elsa und Gertrud, die alle drei in das KZ Ravensbrück gebracht wurden. Marga Roths Vater, Willy Winkler aus Kleinolbersdorf, wurde im Oktober 1943 in Halle/Saale wegen Wehrdienstverweigerung hingerichtet. Margas Cousin Bruno Grundmann war bereits im Jahre 1941 ebenfalls wegen Wehrdienstverweigerung in Brandenburg hingerichtet worden. Im Jahre 1945 kam ihr Onkel aus dem KZ frei, Sofort organisierte er in Kleinolbersdorf wieder Zusammenkünfte der Zeugen Jehovas. Der 18. November 1945 war für Marga Roth ein besonderer Tag, an dem sie sich gemeinsam mit vielen anderen jungen Menschen in Borstendorf/Erzgebirge als Zeuge Jehovas im Wasser taufen ließ. Jetzt begann für Marga Roth eine ausgedehnte Predigtzeit, die sie bis nach Mecklenburg führte. Trotz des Verbotes der Zeugen durch die DDR-Regierung im Spätsommer 1950 setzte sie ihre eifrige Predigttätigkeit fort. Am 14. Mai 1951 wurde Marga Roth verhaftet. Das Urteil des Gerichts in Eberswalde lautete 5 Jahre und 3 Monate Zuchthaus wegen Kriegs- und Boykotthetze. Während der Haft in Cottbus lernte sie ihren späteren Ehemann Armin Roth kennen, der ebenfalls eine langjährige Zuchthausstrafe verbüßte. Nach der Freilassung folgte die Eheschließung und anschließend gingen Armin und Marga Roth in den Vollzeitpredigtdienst, den sie beide bis zum heutigen Tag noch durchführen. Quelle:
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