| Wolfgang Pohl
Anfang der 1930er Jahre kamen die Eltern von Wolfgang Pohl (geb. 1932) in ihrer schlesischen Heimat erstmals mit den Bibelforschern in Berührung. So hatten sie von den Bibelforschern einige Literatur erhalten. Die Verfolgung der Bibelforscher durch die Nazis ließ jedoch die Verbindung wieder abreißen. Nach der Vertreibung aus der Heimat und der Neuansiedlung in Cottbus kam es hier 1946 wieder zu Kontakten mit Jehovas Zeugen. Wolfgang Pohl wurde im Jahre 1947 bei einem Kongress in Berlin als Zeuge Jehovas getauft. Bereits im Juli 1950, noch über einen Monat vor dem Verbot der Tätigkeit der Zeugen Jehovas in der DDR, wurden bei einer Zusammenkunft der örtlichen Gemeinde in Cottbus viele Zeugen gewaltsam festgenommen, so auch Wolfgang Pohl. Auf dem Polizeipräsidium folgten lange Verhöre, und nach über einen Tag wurden wir wieder auf freien Fuß gesetzt. Einige Zeit danach erhielten alle damals im Juli festgenommenen Zeugen eine gemeinsame Anklageschrift und den Termin der Gerichtsverhandlung mitgeteilt, die für September 1950 angesetzt war. Einige Tage vor dieser Gerichtsverhandlung wurden eines Nachts die meisten "Angeklagten" verhaftet. Vier Zeugen konnten jedoch dieser Verhaftung entkommen und sich nach West-Berlin in Sicherheit bringen. Zu diesen vier gehörte auch Wolfgang Pohl. Dann ging er jedoch wieder in die DDR zurück und arbeitete "im Untergrund" als Zeuge Jehovas weiter, indem er seinen Glaubensbrüdern z.B. Literatur aus West-Berlin mitbrachte. Das ging bis zum 28. April 1953 ganz gut, aber dann wurde er von der Stasi entdeckt und verhaftet. Wolfgang Pohl wurde zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt, von denen er jedoch nur 4 Jahre absitzen musste, da er unter eine Amnestie gefallen war. In den Haftanstalten Cottbus und Bautzen musste er die Qualen seiner Peiniger ertragen, aber dennoch blieb er standhaft und seinem Gott Jehova treu. Wolfgang Pohl ist verheiratet, hat zwei Töchter und mehrere Enkelkinder. Er ist heute mit der örtlichen Gemeinde der Zeugen Jehovas in Spremberg verbunden und wirkt dort als einer der Gemeindevorsteher. Quelle:
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