| Lothar Oeser
Lothar Oeser wurde im Jahre 1936 in Annaberg geboren. Später zog die Familie Oeser nach Spohla (Kreis Hoyerswerda). Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Familie Oeser näher mit Jehovas Zeugen in Berührung, was dazu führte, dass sie sich Lothars Eltern 1947 als Zeugen Jehovas taufen ließen. Lothar Oeser tat diesen Schritt als 12-jähriger im Jahre 1948. Als Ende August 1950 die Tätigkeit der Zeugen Jehovas in der DDR verboten wurde, spürte Familie Oeser sofort harte Verfolgung. Anfang Oktober 1950 wurde Lothar Oesers Vater verhaftet, jedoch nach sechs Wochen wieder freigelassen. Anfang 1954 wurde er erneut verhaftet und vom Bezirksgericht Cottbus zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt. Am 15. März 1958 wurde Lothar Oeser selbst verhaftet, als er von Westberlin kommend, einige Ausgaben der Zeitschrift "Der Wachtturm" bei sich hatte, die die Polizei bei einer Kontrolle mit Leibesvisitation in der Berliner S-Bahn gefunden hatte. Das führte Lothar Oeser vor das Bezirksgericht Cottbus, wo er zu viereinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. In den Zuchthäusern Cottbus und im "Gelben Elend" in Bautzen musste er seine Strafe verbüßen. Im Jahre 1961 wurde Lothar Oesers Vater erneut verhaftet und wiederum zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt, die ihn nach Bautzen brachten. Dort im "Gelben Elend" trafen sich Lothar Oeser und sein Vater nach langjähriger Trennung wieder – als Strafgefangene. Lothar Oesers Vater wurde 1965 schwerkrank entlassen. Er konnte sich von seiner Krankheit auch bis zu seinem Tod im Alter von 58 Jahren im Jahre 1968 nicht wieder erholen. Lothar Oeser hat nach seiner Haftentlassung geheiratet und wohnt jetzt in Annaberg-Buchholz. Hier ist er mit der örtlichen Gemeinde der Zeugen in Annaberg-Buchholz/Süd verbunden und dient dort als einer der örtlichen Gemeindevorsteher. Quelle:
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