| Marianne Meiswinkel
Als
Marianne gerade erst in die Schule kam, musste sie schon schon miterleben,
dass ihr Zuhause von Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmungen bedroht
war. Es kam auch vor, dass die Gestapo das Kind auf der Straße
ansprach mit Fragen wie: "Wo waren denn deine Eltern dann und dann? Erzähl’
mal! Du bist doch gut in der Schule und weißt das bestimmt!” Als
sie neun Jahre alt war, kam ihr Vater erstmals wegen seiner religiösen
Überzeugung ins Gefängnis, zunächst für einige Monate,
kurz darauf für zwei Jahre. Anschließend wurde Mariannes Vater
ins KZ überstellt. Als sie ihn im August 1945 wiedersah, war sie bereits
erwachsen.
Am 31. Januar 1946 erhielt ihre Familie die Mitteilung, dass der
Sorgerechtsentzug von 1938 aufgehoben sei. Marianne hatte zu diesem Zeitpunkt
den Großvater als Vormund erhalten, da man das "geistige Wohl” des
Kindes für gefährdet hielt, wenn es von den Eltern erzogen würde.
Dennoch hatte sich Marianne als Fünfzehnjährige für den
Glauben ihrer Eltern entschieden.
|