Inge
Jakubowski wurde 1932 in Mundelsheim geboren. 1939 verweigerte sie zusammen mit
ihrem Bruder Rolf in der Volksschule Gemmrigheim den Hitlergruß. Weshalb ihre
Mutter, Frederike Zehender, sowohl vor dem Schulleiter als auch vor Gericht Rede
und Antwort stehen musste. Laut Protokoll zum Beschluss des Amtsgerichts
Besigheim vom 5. Februar 1940 lastete man ihr die "bekannten
bibelforscherischen Redensarten" wie das "Das Heil kommt nur von
Gott", "Gottes Gebot steht höher als Menschengebot" oder
"Für uns gilt nur Gottes Wort" an.
Ihr Vater
Ernst Wilhelm Zehender bekannte sich offen zu den
Zeugen Jehovas. Im Mai 1938 wurde er wegen Fahnenflucht an seiner Arbeitsstelle
verhaftet und zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Vom Oberkriegsgericht
Stuttgart wurde er im Juni 1938 wegen Gehorsamsverweigerung zu weiteren zwei
Jahren verurteilt. Am 17. Januar 1942 wurde Ernst Wilhelm
Zehender in der Haftanstalt Potsdam-Brandenburg hingerichtet.
Für die
damals erst 10 Jahre alte Inge Jakubowski begann damit eine schwierige Zeit: Der
Mutter wurde das Sorgerecht entzogen. Inge Jakubowski wurde "zur Verhütung
der Verwahrlosung" zu verschiedenen Pflegeeltern geschickt. Erst verbrachte
sie neun Monate im Schwarzwald, dann lebte sie bei zwei Familien auf der
Schwäbischen Alb. In diesen Familien - zumeist linientreue Nazis - wurde das
Mädchen nicht gut behandelt. Bei schlechter Verpflegung musste sie hart
arbeiten.
"1944
erkrankte ich an Unterernährung", erinnerte sich Inge Jakubowski.
"Die restlichen Monate bis zum Kriegsende verbrachte ich dann bei einer
Cousine meines Vaters."
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