| Karl-Heinz Gahse
Seine Mutter wurde 1931 als Bibelforscher getauft. Heinz Gahse (geb. 1928) erinnert sich an den Beginn der Verfolgung in der Nazizeit. Er erzählt: Nach der Verbreitung der "Resolution" im Jahre 1936 wurde Mutter Gahse als "Rädelsführerin von Oels" (in Schlesien) verhaftet und kam in das Gefängnis und anschließend in das Konzentrationslager Moringen, später nach Lichtenburg und schließlich nach Ravensbrück. Im Oktober 1938 wurde auch Vater Gahse, obwohl er noch kein getaufter Zeuge Jehovas war, in das KZ Buchenwald gebracht und mit einem Lila-Winkel stigmatisiert. Heinz Gahse und sein 6 Jahre älterer Bruder Gerhard wurden zu "systembewussten" Pflegeeltern gebracht. Nach langer Trennung fand Heinz Gahse nach intensiven Nachforschungen seine Eltern im Mai 1946 in Prösen wieder. Im Mai 1946 wurde Heinz Gahse als Zeuge Jehovas getauft. Im Jahre 1949 werden Vater und Mutter Gahse die Anerkennung als Opfer des Faschismus entzogen. Am 12. Oktober 1954 wurde Heinz Gahse selbst verhaftet und am 7. Dezember 1954 zu 8 Jahren Zuchthaus verurteilt. So kam er zunächst in die Strafvollzugsanstalt nach Luckau und ab April 1957 war er bis zu seiner Entlassung im Zuchthaus Bautzen. Kurz nach seiner Freilassung starb im Jahre 1960 seine Mutter. Dort hielt Heinz Gahse unter den Augen der Polizei die Grabrede. 1975 ging die Verfolgung der Familie Gahse in der dritten Generation weiter. Sein Sohn wurde durch das Militärgericht Cottbus wegen Wehrdienstverweigerung zu 20 Monaten Haft verurteilt. Trotz aller Verfolgung blieb Heinz Gahse und seine Familie standhaft. Heute ist er mit der örtlichen Gemeinde der Zeugen in Prösen verbunden Quelle: Regionaler Informationsdienst der Zeugen Jehovas in Sachsen; |
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