| Franz Emter
Franz Emter wurde 1934 in Freiburg im Breisgau geboren. Er war das
zweitjüngste von sechs Kindern. Der Vater wurde 1936 das erste Mal wegen
seinem Engagement für die Zeugen Jehovas verhaftet, die Mutter 1940.
Die Kinder wurden zu Verwandten gebracht und wuchsen dort bis zum Jahre
1945 auf.
Der Vater Hermann wurde 1937 erneut verhaftet und nach seiner
Entlassung und kurzer Freiheit aufgegriffen und ins KZ Dachau verschleppt.
Nach insgesamt 7 ¾ Jahren Haft in vier verschiedenen
Konzentrationslagern, kommt der Vater wieder nach Hause und beginnt mit
dem Wiederaufbau der Glaubensgemeinschaft in Freiburg.
Die Mutter Elisabeth kommt Anfang 1940 zum ersten Mal in
Haft und wird dann ins KZ Ravensbrück überstellt. Trotz Bemühungen der
damaligen Frau des Universitätsrektors Heidegger, kann keine Freilassung
der Mutter von sechs Kindern erwirkt werden. Sie verlor im Juli 1942
möglicherweise in Verbindung mit den berüchtigten
"Dunkeltransporten" ihr Leben. Die Verwaltung des
Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück schrieb am 21. Juli 1942 an ihre
Schwester: "Ihre Schwester meldete sich am 15.7.42 krank und wurde
daraufhin unter Aufnahme im Krankenbau in ärztliche Behandlung genommen.
Es wurde ihr die bestmögliche medikamentöse und pflegerische Behandlung
zuteil. Trotz aller angewendeten ärztlichen Bemühungen gelang es nicht,
der Krankheit Herr zu werden ..."
Franz Emter, der heute in Freiburg lebt, tritt nach wie vor für
christliche Ideale ein. "Selbstzufriedenheit im Kampf gegen
Intoleranz und Extremismus ist nicht angebracht. Wenn wir aus der
Tragödie der NS-Zeit etwas lernen wollen, muss sich jeder zur
Selbstprüfung die Frage stellen: Was hätte ich getan?"
Quelle:
Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit, Jehovas Zeugen im Elztal
anlässlich der "Standhaft"-Veranstaltung
vom 19. bis 23. März in Waldkirch
Siehe auch:
Elisabeth Emter
Lebensbericht seiner Mutter
Ihr letzter Brief
Abschiedsbrief seiner Mutter an ihn und seine Geschwister
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