| Elisabeth Emter
Elisabeth Emter, geborene Koch, wurde am 14. November 1908 in
Ratshausen in Württemberg geboren. Aus ihrer Ehe mit dem Freiburger
Gipsermeister Hermann Emter gingen sechs Kinder hervor. Zusammen mit ihrem
Ehemann und ihren leiblichen Brüdern bekannte sie sich seit 1926 zu I.B.V.,
der Internationalen Bibelforscher Vereinigung (später Zeugen Jehovas
genannt) in Freiburg.
Als führender Kopf der Freiburger Gruppe wurde Hermann Emter bereits
1937 verhaftet und nach Verbüßung der Gefängnisstrafe in ein KZ
überstellt. Er überlebte die Torturen in den KZ’s Dachau, Mauthausen,
Flossenbürg und Buchenwald.
Der Verfolgungswahn der Nazis machte auch vor einer Mutter mit sechs
Kindern nicht Halt (wie auf dem Bild zu sehen, war der kleinste noch ein
Säugling):
Nachdem Elisabeth Emter mit einer Frau in Freiburg-Zähringen über
ihren Glauben gesprochen hatte, bekam sie im Jahre 1940 Besuch von der
Polizei. Diese wollte, daß sie eine Erklärung unterschreibt, in der sie
ihrem Glauben abschwört. Weil sie dazu nicht bereit war, wurde sie auf
der Stelle von ihren Kindern weg festgenommen. Auf dem Weg in das
Gefängnis traf sie zufällig noch ihre damals 12jährige Tochter –
gnädigerweise erlaubte ihr der Polizist, sich von ihr zu verabschieden.
Damals war ihr noch nicht bewußt, daß das ein Abschied für immer sein
sollte.
Sie kam zunächst in Freiburg für zwei Monate in
Haft, und wurde dann
in einer Nacht- und Nebelaktion in das Frauen-KZ Ravensbrück verbracht.
Dort starb sie unter mysteriösen Umständen, ohne ihre Familie je wieder
gesehen zu haben.
Quelle:
Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit, Jehovas Zeugen im Elztal
anlässlich der "Standhaft"-Veranstaltung
vom 19. bis 23. März in Waldkirch
Siehe auch:
Ihr letzter Brief
Abschiedsbrief von Elisabeth Emter aus dem Freiburger
Gefängnis an ihre Angehörigen
Franz Emter
Lebensbericht von Elisabeth Emters Sohn
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