Inge Böttcher, geb. Quellmalz

Inge Böttcher wurde im Jahre 1935 als zweites von drei Mädchen in einem bibelgläubigem Haus geboren. Ihre Mutter, Milda Quellmalz geb. Koch und ihr Onkel, Erich Koch, hatten sich bereits seit 1932 mit der Lehre der Bibelforscher befasst und eindeutig dafür Stellung bezogen. Das führte dazu, dass Erich Koch mehrmals mit Gefängnisstrafen belegt wurde. Zunächst musste er für 21 Monate hinter Gitter und später nochmals für 3 Jahre und 6 Monate.

Inge Böttcher erinnert sich:

Meine Mutter las uns immer die Briefe vor, die mein Onkel aus dem Gefängnis schrieb. Sie waren voller Hoffnung, starken Glauben und ergebener Treue gegenüber dem großen und allmächtigen Gott Jehova und seinem eingesetzten König Jesus Christus. So wurzelte die Wahrheit in unserem Kinderherzen.

Erich Koch wurde nach seiner zweiten Gefängnisstrafe nach nur wenigen Wochen zu Hause zur Wehrmacht einberufen (zum Strafbatallion 999). Da Erich Koch den Wehrdienst verweigerte, wurde er im Juni 1944 zum Tode verurteilt und enthauptet. Er war damals 31 Jahre alt.

Erich Kochs Verlobte, Johanna Preissel und deren Schwester Frieda Nixdorf befanden sich zu jener Zeit seit mehreren Jahren wegen ihres Glaubens an Jehova im KZ, aus dem sie dann 1945 befreit wurden.

Inge Böttcher sagte:

Die Standhaftigkeit und Treue meines Onkels zu Jehova hinterließen bei meiner Mutter und uns drei Mädchen einen bleibenden großen Eindruck. Für mich war und blieb mein Onkel stets ein Vorbild für Loyalität gegenüber Jehova.

Nach dem Zusammenbruch des Hitlerreiches entschied sich die Familie Quellmalz eindeutig dafür, als Zeugen für den Schöpfer aller Dinge, Jehova Gott, tätig zu sein. Inge Böttcher ließ sich 2 Jahre nach ihrer Mutter im Jahre 1951 gemeinsam mit ihrer älteren Schwester als Zeuge Jehovas taufen. Auf Inge Böttcher sollten jedoch noch große Prüfungen zukommen.

Im Jahre 1958 wurde sie durch die Behörden der DDR verhaftet und zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt, die sie in Hoheneck bei Stollberg verbringen musste.

Im Jahre 1961 heiratete sie Manfred Böttcher, der von 1955 bis 1960 ebenfalls wegen seines Glaubens an Jehova in den Zuchthäusern der DDR seiner Freiheit beraubt war.

Gemeinsam blieben Inge und Manfred Böttcher standhaft und ihrem Gott Jehova loyal ergeben. Beide sind heute mit Jehovas Zeugen der örtlichen Gemeinde in Frankenberg/Sachs. verbunden.

Quelle:

Regionaler Informationsdienst der Zeugen Jehovas in Sachsen;
Pressemappe zur Ausstellung "Standhaft trotz Verfolgung"
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