16. Februar  2000

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1945-1989 - wie war es wirklich?

Veranstalter: 

Stiftung Sächsische Gedenkstätte

Termin:

16. Februar bis 15. März 2000

Dienstag bis Freitag:  9 bis 12 Uhr 14 bis 16 Uhr
Sonntag: 11 bis 17 Uhr

Ort:

Schloss Klippenstein, Radeberg

 

Zitat aus der Sächsischen Zeitung vom 16. Februar 2000, "Wollen Versöhnung über den Gräbern":

Zeitzeugenberichte und zeitgenössische Dokumente aus den Jahren 1945 bis 1989 stehen im Mittelpunkt einer Sonderausstellung, die heute Abend 18 Uhr auf Schloss Klippenstein eröffnet wird. "Wie war es wirklich" - zu diesem Thema forschten eine Radeberger Bürgerinitiative in Zusammenarbeit mit der Stiftung Sächsische Gedenkstätte. Was passierte wirklich in den Jahren 1945 bis 1989? Warum verschwanden Menschen plötzlich in Lagern? Wohin führten die Sammeltransporte, die in Radebergs Schloss zusammengestellt wurden? Fragen, über die bisher kaum in der Öffentlichkeit gesprochen wurden. "Es ist Zeit, diesen Abschnitt unserer Geschichte ins Bewusstsein zu rücken." Museumsleiterin Katja Altmann willigte deshalb ohne Zögern ein, als die Bürgerinitiative Geschichte diese Dokumente an Radeberg exponiertester Stelle zeigen wollte. "Die Betroffenen müssen auch einmal die Chance erhalten, das ihnen angetane Unrecht herausschreien zu können." Nur so könnten sie vielleicht verzeihen und ihren Frieden finden. Die Ausstellung macht betroffen. Der Grafiker Wolfgang Keller dokumentierte seine Erlebnisse - als er als Zeuge Jehovas verurteilt - von 1954 bis '57 in die Bautzner Haftanstalt eingesperrt wurde. Die Arbeiten zeigen die Misshandlungen, die Torturen, denen die Strafgefangenen ausgesetzt waren. Sie dokumentieren aber auch die Solidarität unter den Häftlingen. "Wir wollen eine Versöhnung über den Gräbern", erklärt Klaus Fichtner, der als stellvertretender Landesvorsitzender im Volksbund deutscher Kriegsgräberfürsorge in der Bürgerinitiative Geschichte maßgeblich an der Vorbereitung beteiligt war. "Wir wollen mit diesen Dokumenten den Blick weiten, denn das Leid war 1945 nicht zu Ende." So habe die Denuzination eines Nachbarn ausgereicht, um in einem der berüchtigten Schweige- und Isolierungslager zu landen. Oft langte schon die Andeutung, der oder jener sei beim Wehrwolf (einer faschistische Organisation) gewesen. Eines dieser Lager existierte in Mühlberg bei Torgau. Unter den 16 000 bis 18 000 Menschen, die dorthin gebracht wurden, befanden sich auch Radeberger. 8 000 bis 9 000 der Häftlinge verhungerten qualvoll. Eines dieser Schicksale hielt die heute in Dresden lebende Sigrid Drechsler in ihrem Buch "Schatten von Mühlberg" fest. Ihr Vater, der Lehrer Karl Hunger, wurde am 13. September 1945 abgeholt. Drei Jahre später starb er in Mühlberg an Lungen-Tbc. Weitere zahlreich dokumentierte Einzelschicksale können nur einen Einblick in die Grausamkeiten jener Jahre geben. Die Fachberatung für diese Ausstellung übernahm die Stiftung Sächsische Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer politischer Gewaltherrschaft. Klaus-Dieter Müller, Leiter der Dokumentations- und Repressionsgeschichte, stellt zur Eröffnung unter dem Titel "bürokratischer Terror 1945 bis 1956" historische Hintergründe und Fakten vor. ...

 

 

 

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