| Folgende
Zusammenstellung berichtet über die Stockholmer Konferenz "STOCKHOLM
INTERNATIONAL FORUM ON THE HOLOCAUST" vom 26. bis 28. Januar anhand von
Zitaten aus verschiedenen Zeitungen, Pressemitteilungen und Manuskripten. |
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Ein Viertel der jungen Schweden glaube nicht an den
Holocaust ... |
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... So lautete ein Forschungsbericht vor einigen Jahren. Die Regierung
Schwedens wurde aufgeschreckt und hellhörig, Ministerpräsident Göran Persson
nahm sich der Sache persönlich an. Innerhalb Schwedens wurde ein umfassendes
Informationsprojekt gestartet, aus dem jetzt die internationale Konferenz
hervorgegangen ist.
Zitat aus: Unausgesprochen steht Deutschland im Mittelpunkt der Konferenz
- DIE WELT 28.01.2000
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Wer
nimmt teil? Was ist das Thema der Konferenz? |
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UMEÅ, im Januar. Die Erinnerung an den
Massenmord an den europäischen Juden steht im Mittelpunkt eines dreitägigen
Forums, das am Mittwoch kommender Woche in Stockholm beginnt. 400 Delegierte
aus 36 Ländern sowie Vertreter internationaler Organisationen haben die
Einladung angenommen, unter ihnen der israelitische Premier Barak und
Frankreichs Regierungschef Lionel Jospin. Aus Deutschland werden unter anderen
Bundeskanzler Schröder, Kulturstaatsminister Naumann und Willi Lemke,
Präsident der Kultusministerkonferenz, in Stockholm erwartet.
Auf ausdrücklichem Wunsch der Schweden
werden den Delegationen auch Vertreter aus Forschung und Bildungswesen der
jeweiligen Länder angehören. Zum Abschluss des Forums soll eine gemeinsame
Deklaration veröffentlicht werden, in der Richtlinien für Gedenktage,
Aufklärung und Forschung festgelegt werden ...
Zitat aus: Schweden
lädt zu Forum über Holocaust ein - Berliner Zeitung 21.01.2000
Einladung
vom schwedischen Premierminister Göran Persson
Ankündigung
der 3tägigen Konferenz (englische Informationsbroschüre im PDF-Format)
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Welche Rolle nahm Schweden im Holocaust ein? |
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Schweden soll das erste Land gewesen sein,
das darauf drängte Pässe deutscher Juden mit einem J zu stempeln, um diese
an den Grenzen leichter als Juden identifizieren und abweisen zu können.
Schweden kooperierte zunächst auch mit der deutschen Wehrmacht und genehmigte
ihnen Truppentransporte ...
Zitat aus: Schweden
lässt seine Rolle im Holocaust untersuchen - DIE WELT 22.01.2000
Im jüdischen Museum in Stockholm ist seit Oktober vorigen
Jahres die Ausstellung "Im Schatten des Krieges: Schweden Juden
1933-1945" zu sehen. Gleich beim Eintritt haben die BersucherInnen die
Wahl, sich nach links zu wenden, wo ein düsterer Raum wartet, dessen Boden
mit Kies bedeckt ist und über dem schwer eine riesige Hakenkreuzfahne hängt.
Oder nach rechts, wo ein helles Carl-Larsson-Idyll mit leuchtblauem Himmel und
grüner Wiese lockt - dessen Farben aber zu grell sind und damit seltsam
falsch und surrealistisch wirken. An den Wänden hängen Collagen aus
Dokumenten, die auf den ersten Blick dekorativ aussehen, aber beim näheren
Hinsehen durch ihren Inhalt erschrecken. "Schweden den Schweden",
"Kauft nicht bei Juden", Flugblätter mit der Aufforderung, die
"Judeninvasion zu stoppen", Fotos von durch die Innenstädte von
Stockholm und Göteborg marschierenden Kolonnen der schwedischen
"Hitlerjugend". Und die mit dem berüchtigten "J"
gestempelten Pässe.
Der Judenstempel war nicht von den Nazis erfunden worden.
Er gelangte auf Drängen Schwedens (und der Schweiz) in die Pässe jüdischer
BürgerInnen, damit man diese an den Grenzen schneller herausfischen konnte.
Die Flugblätter und Dokumente sind keine Übersetzungen deutscher Vorlagen.
Sondern Zeugnis damals auf den Straßen verteilter und an den Wänden und
Schaufenstern hängender Eigenproduktion. Weder Schwedens Politiker noch
Akademiker, Journalisten, Wirtschaftsbosse oder Militärs, Pfarrer oder
SportlerInnen ziehen sich erschreckt zurück, als Hitler seine Angriffskriege
ernst macht.
Im Gegenteil: Die zwischenstaatlichen Verbindungen auf
allen Ebenen und in allen Sektoren werden in den ersten Kriegsjahren immer
fester geknüpft. Militärs und Journalisten wallfahren geradezu nach
Deutschland, um die neue Großmacht aus der Nähe kennenzulernen und sie
danach zu Hause in den höchsten Tönen loben zu können: Keine Macht der Welt
könne diese perfekten Kriegsmaschinerie widerstehen. Unüberwindlich sei
Deutschland nicht nur wegen seiner technischen und organisatorischen Dominanz,
sondern auch und gerade, weil die Werte und Ideen, die es repräsentierte,
alle anderen weit überlegen seien und den Forderungen der Zeit entsprächen.
Zitat aus: Hässliches
Mobilar im schönen Volksheim - taz 05.02.2000, tazmag-Beilage, Seite 4 u. 5
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Erkennen die Schweden ihre Fehler an?
(1. Tag der Konferenz) |
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Er (Persson) räumte ein, dass auch
Schweden während des Nationalsozialismus Fehler begangen habe, «ich bereue
dies sehr», sagte der Ministerpräsident ...
Zitat aus: Erinnerung
an den Holocaust - Berliner Morgenpost 27.01.2000
Ansprache
v. Göran Persson (englisch)
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Wie beschreiben die anderen Redner die Rolle
ihres Landes während dem Holocaust?
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Wiesel (Ehrenvorsitzender der
Stockholmer Konferenz, Literaturnobelpreisträger) stellte in seiner Rede
etliche Fragen: Warum haben Frankreich und Großbritannien nicht unmittelbar
nach dem Überfall auf Polen eingegriffen? Trotz aller Dankbarkeit gegenüber
den Alliierten, aber warum haben die Westalliierten nicht den jüdischen
Untergrundorganisationen in Deutschland geholfen, «wo sie doch überall sonst
jeden Widerstand unterstützt haben?» Und warum haben die Neutralen wie
Schweden und die Schweiz ihre Türen verschlossen, «ist Neutralität die
Antwort auf alles?». Seiner Auffassung nach hätte der Holocaust verhindert
werden können, «wenn die Menschen nicht geschwiegen und Gesellschaften
reagiert hätten».
Zitat aus: Erinnerung
an den Holocaust - Berliner Morgenpost 27.01.2000
Ansprache
v. Elie Wiesel (englisch)
Der Bundeskanzler (Gerhard Schröder)
erinnerte daran, dass in Deutschland fast gleichzeitig wie die Stockholmer
Veranstaltung der Vertrag für die Wiedergutmachung für Zwangsarbeiter
vorgelegt worden sei und fast auf den Tag genau vor 55 Jahren 60 000 Insassen
der Konzentrationslager Birkenau und Auschwitz auf den Todesmarsch geschickt
worden seien. «Auschwitz ist die schreckliche Metapher für rassistische Barbarei»,
sagte Schröder. In Stockholm solle nicht alleine der Opfer genannt werden,
sondern auch diejenigen, die trotz der Umstände geholfen haben. Und diese
Möglichkeit hätte es gegeben. Heute ging es darum, nicht alleine zu
informieren, sondern Wissen zu vermitteln und sicher zu stellen, dass die
Jugend einen klaren Begriff darüber bekommt, was der Holocaust bedeutet.
Zitat aus: Erinnerung
an den Holocaust - Berliner Morgenpost 27.01.2000
Ansprache
v. Gerhard Schröder (englisch)
Viele Redner stellten fest, dass es im
Drittem Reich Alternativen zur Passivität gegeben habe. Der akademische
Berater des Stockholmer, der israelische Historiker Yehuda Bauer meinte, die
Zehn Gebote sollten um drei weitere ergänzt werden: Dass es keine Täter,
keine Opfer und keine schweigenden Zuschauer mehr geben dürfe.
Zitat aus: Erinnerung
an den Holocaust - Berliner Morgenpost 27.01.2000
(Viktor Klima, Bundeskanzler v. Österreich) ... Wer
den Holocaust leugnet oder verharmlost verfügt nicht über jene humane
Grundausstattung, die die Voraussetzung jeder verantwortungsvollen Politik
ist.
Ich komme aus einem Land, in dem die Bilanz des Holocaust
besonders grauenhaft ist: Bis 1938 lebten in Österreich bis zu 180.000 Juden.
Innerhalb von einigen Jahren wurden 60.000 vernichtet, und über 100.000
vertrieben.
Ich komme aus einem Land, in dem es zwei historische
Wahrheiten gibt, die wir unterschiedlich wahrgenommen haben. Was in den Tagen
des März 1938 begann, endete für hunderttausende Österreicher in den
Konzentrationslagern, auf den Schlachtfeldern des Zweiten Weltkrieges, in den
zerbombten Städten in der Heimat. aber es gibt auch eine andere historische
Wahrheit - eine Wahrheit, die wir lange, viel zu lange nicht wahrnehmen
wollten: Viele Bürger meines Landes haben das NS-Regime unterstützt und
mitgeholfen, seine Vernichtungsmaschinerie bis zum letzten Tag im Gang zu
halten. Zu wenige haben erkannt, was schon Heinrich Heine vor 150 Jahren
geschrieben hat: Dass "zuerst die Bücher brennen, dann die
Menschen". Wir haben allen Grund, eine nachdenkliche Generation zu
sein. ...
Zitat aus der Ansprache v. Bundeskanzler
Viktor Klima, Österreich (deutsch)
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Wird auch die neue Regierung Österreichs diesen Gedanken
nachgehen? |
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... Ich stehe heute vor ihnen als erster Bundeskanzler der
Republik Österreich, der nach dem Krieg geboren wurde. Im Bewusstsein
beider historischer Wahrheiten über Österreicher als Opfer und Täter und im
Wissen um die Verantwortung für die Zukunft bekenne ich mich namens der neuen
Bundesregierung zur Fortsetzung der kritischen Auseinandersetzung mit der
NS-Vergangenheit. Es geht darum vorbehaltlos aufzuklären, die Strukturen
des Unrechts freizulegen und dieses Wissen an die nachkommenden Generationen
als Mahnung für die Zukunft weiterzugeben. So steht es im neuen
Koalitionsübereinkommen der beiden Regierungsparteien. Die neue
Bundesregierung wird sich auch mit er Frage der NS-Zwangsarbeit befasen -
eines jener dunklen Kapitel unserer Vergangenheit, die wir noch nicht
aufgearbeitet haben.
In diesem Bewusstsein bekräftige ich die Entschuldigung
vor dem jüdischen Volk und verneige mich vor allen Opfern des
Nationalsozialismus. Und wenn ich jetzt in meiner Rede einige Herzschläge
innehalte, dann gilt jeder Herzschlag Zehntausenden, Hunderttausenden,
Millionen vernichteter Menschen, Väter, Mütter, Kinder.
(Kleine Pause)
Zitat aus der Ansprache v. Bundeskanzler
Viktor Klima, Österreich (deutsch)
Weitere Ansprachen am ersten Tag:
Premierminister
Ehud Barak, Israel (englisch)
Präsident
Alexander Kwasniewski, Polen (englisch)
Präsident
Vaclav Havel, Tschechische Republik (englisch)
Premierminister
Lionel Jospín, Frankreich (englisch)
Premierminister
Poul Nyrup Rasmussen, Dänemark (englisch)
Außenminister
Robin Cook, Großbritannien (englisch)
Premierminister
Massimo D'Alema, Italien (englisch)
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Hauptthema am zweiten Tag der Konferenz war die Aufarbeitung der
Erinnerungen an den Holocaust, wie man sie an Jugendliche, insbesondere Schüler
vermittelt.
Wie kann dabei das Internat als Bildungsmedium genutzt werden?
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Der Arbeitskreis der internationalen Holocaust-Konferenz in
der schwedischen Hauptstadt beschäftigte sich mit Nutzen und Missbrauch des
Internets bei der Aufarbeitung der Lehren aus den Verbrechen der
Nationalsozialisten. So wird das Word Wide Web einerseits von
Auschwitz-Leugnern, Rassisten und anderen Gewaltpropagandisten immer massiver
genutzt; andererseits machen sich auch Forschung und Lehre die Möglichkeiten
der internationalen Vernetzung zu Nutze.
Regina Wyrwoll aus der Münchner Zentrale des
Goethe-Instituts präsentierte den Entwurf einer CD-Rom "Lernen aus der
Geschichte", die in einigen Monaten fertig sein soll. Sie soll von einer
Broschüre und einer gleichnamigen Website flankiert werden, die sich
ebenfalls noch im Baustellen-Stadium befindet. Nach dreijähriger, im
wesentlichen vom Bundespresseamt finanzierter Arbeit haben die Spezialisten
Projekte zusammengestellt, die an Schulen oder anderen Institutionen zur
Aufarbeitung des Holocausts gestartet wurden und aus denen die Adressaten
Anregungen für die eigene pädagogische Beschäftigung mit dem Thema holen
können. ...
Zitat aus: "So
viel Hass" - Spiegel Online, 28.01.2000, 16:20
Lernen aus der
Geschichte - Projekt v. Regina Wyrwoll (Website befindet sich noch im
Aufbau)
Panels
& workshops - Ed 4. Use and Misuse of the Internet (single session)
New
Media and the Holocaust (weitere Informationen zur obengenannten CD-ROM,
englisch)
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Welche Schattenseiten des Internets wurden dabei festgestellt? |
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Das Problem, das der Arbeit zu Grunde lag, war ein
grundsätzliches: "Es ist so viel Hass im Internet", wie es Wyrwoll
formulierte. In zahlreichen Staaten der Welt kann jeder alles ungeprüft ins
Web stellen und sei es die größte Dummheit oder die größte Lüge. Damit
kann es aber auch in solchen Ländern empfangen werden, in denen etwa das
Leugnen des Holocaust strafbar ist. Und es kann - ob verboten oder nicht - von
Kindern und Jugendlichen gelesen und für bare Münze genommen werden.
Zitat aus: "So
viel Hass" - Spiegel Online, 28.01.2000, 16:20
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Ist die Gefahr wirklich so groß? |
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Mark Weitzmann vom Simon-Wiesenthal-Zentrum in Los Angeles
hat im vergangenen Jahr eine CD-Rom namens "Digitale Hate 2000"
(Digitaler Hass 2000) zusammengestellt, auf der einige der Nazi-Horror-Sites
mit erklärenden Texten abgebildet sind. Er berichtete in Stockholm, dass
allein während der Arbeit an der CD-Rom die Zahl der bekannten rassistischen
Sites von 1400 auf über 2000 angewachsen sei, von denen jeder wieder Hunderte
von Seiten habe. Da werden alte Nazi-Plakate herangezogen, um die
Überlegenheit der weißen Rasse dokumentieren, da wird zum Mord am Papst
aufgerufen, weil er Christ sei, und Christen seien zu verfolgen, weil sie
Christus, einen Juden verehrten. ...
... Wo Gesetze die "Zensur" des Internets
verbieten kommt es darauf an, die Verantwortung zu entwickeln. Sie beginnt in
Schule und Elternhaus. Unter anderem dieser Aufgabe hat sich die
Holocaust-Konferenz verschrieben.
Zitat aus: "So
viel Hass" - Spiegel Online, 28.01.2000, 16:20
Digitale
Hate 2000 - Informationen zur CD
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Am letzten Tag wurde von 48. Staaten aus allen
Kontinenten die "Stockholmer Erklärung" verabschiedet.
Welche Maßnahmen werden in dieser Erklärung erwähnt?
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Declaration
of the Stockholm International Forum on the Holocaust (englisch, auch im PDF-Format
verfügbar)
In der "Stockholmer Erklärung" verpflichteten
sie sich, die Erinnerung an die Massenvernichtung der Juden durch das
nationalsozialistische Deutschland wach zu halten. Forschung und Erziehung
sollen dafür sorgen, dass Staatsterrorismus im weitesten Sinne nicht mehr
zugelassen wird. ...
... Die Erklärung hebt den einmaligen Charakter der
Massenvernichtung an Juden und "anderen Opfern" durch
Nazi-Deutschland hervor und erwähnt die zahlreichen Menschen, die den Nazis
Widerstand geleistet und zahlreiche Opfer vor dem Tod gerettet haben.
"Die Tiefen dieses Schrecken und die Größe des Heldenmuts" sollten
Eckpunkte im Verständnis der menschlichen Fähigkeiten zu guten und
schlechten Taten sein.
Zitat aus: Erinnern,
Erforschen, Erziehen - Spiegel Online, 28.01.2000, 16:01
In der Schlusserklärung des dreitägigen Forums, an dem 20
Staats- und Regierungschefs teilgenommen hatten, hieß es: «Wir werden alle
notwendigen Schritte einleiten, um die Öffnung der Archive zu ermöglichen.
Damit soll sicher gestellt werden, dass Forscher Zugang zu allen Dokumente
enthalten, die den Holocaust betreffen.»
Zitat aus: Holocaust
- Forum verlang Öffnung aller Archive - Hamburger Morgenpost Online.
28.01.2000, 13:30
Der US-Delegierte und Vize-Finanzminister Stuart Eizenstat
nannte vor Journalisten vor allem Russland als Beispiel für Länder, in denen
Archive zum Holocaust noch geschlossen seien. In westlichen Staaten gelte dies
aber auch für zahlreiche Unternehmens-Archive, die ebenfalls vollständig
geöffnet werden müssten. Schweden, von dessen Ministerpräsident Göran
Persson die Initiative für das Forum zum Holocaust ausgegangen war, hat
ebenfalls Archivmaterial gesperrt, weil es die gesetzliche Möglichkeit für
eine Öffnung erst nach über 70 Jahren gibt. Die Frist soll auf 50 Jahre
verkürzt werden. (AFP, dpa)
Zitat aus: Holocaust
fordert Öffnung der Archive - Berlin Online (Berliner Zeitung) 29.01.2000
Angesichts "ethnischer Säuberungen", Völkermord
und Rassismus auch in der Gegenwart müsse die Erinnerung an die Verbrechen
des Dritten Reiches wach gehalten werden., heißt es in der am Freitag
verabschiedeten Schlusserklärung der 46 Teilnehmerstaaten. Die rund 600
Teilnehmer des Treffens sprachen sich dafür aus, einen internationalen
Holocaust-Gedenktag einzurichten. In Deutschland, Großbritannien und Italien
wird des Judenmords alljährlich am 27. Januar gedacht, dem Tag der Befreiung
des Konzentrationslagers Auschwitz.
Zitat aus: Holocaust-Konferenz
fordert Öffnung der Archive - Berlin Online (Berliner Zeitung), 29.01.2000
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Bereits bei der Rede von Bundeskanzler Viktor Klima
werden
erste Überlegungen einen Gedenktag einzurichten erwähnt: |
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In diesem Zusammenhang möchte ich sie auf ein besonderes
Ereignis aufmerksam machen. Am 7. Mai 2000 werden die Wiener Philharmoniker im
Steinbruch des KZ Mauthausen einen besonderen Akt des Gedenkens setzen. An
dieser Stätte des Todes, wo Menschen aus fast allen europäischen Nationen
inhaftiert und ermordet wurden, wird die Hymne der Europäischen Union -
Beethovens IX. Symphonie - erklingen und ein weltweit hör- und sichtbares
Zeichen für den hoffnungsvollen Aufbruch in ein Jahrhundert der Humanität
und Toleranz setzen. Ich habe Elie Wiesel und Romani Prodi eingeladen,
Ansprachen zu halten und hoffe, dass viele Staats- und Regierungschefs unserer
Einladung Folge leisten werden.
Zitat aus der Ansprache v. Bundeskanzler
Viktor Klima, Österreich (deutsch)
7.
Mai 2000 - Gedenkkonzert im ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen
Info: Mauthausen wurde am 5. bzw. 7. Mai 1945
von amerikanischen Truppen befreit.
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Einen ganz anderen Aspekt äußert Michael Naumann, Kulturminister von
Deutschland in seiner Schlussansprache: |
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Als Vertreter der Bundesregierung schlug Staatsminister Michael Naumann
die Errichtung eines internationalen "Frühwarnsystems" zur
Verhinderung von Völkermord vor. ...
Zitat aus: Holocaust-Konferenz
fordert Öffnung der Archive - Berlin Online (Berliner Zeitung), 29.01.2000
... im Holocaust wurde die Entmenschlichung von Politik zum
terroristischen Ereignis. Ihre historische Bewältigung kann nicht in die
Vergangenheit führen; denn Vergangenheit bleibt vergangen. Das Vermächtnis
des Genozids besetzt vielmehr unsere Gegenwart mit der zentralen Frage: Was
ist die Würde des Menschen, wenn nicht diejenige seines Lebens? Wie ist es
vor genozidalen Anschlägen der Zukunft zu schützen? Aus der Erinnerung des
Holocaust müssen die richtigen Antworten für Politik und Gesellschaft in
zukünftiger Geschichte erwachsen.
Zitat aus der Ansprache v. Staatsminister
Michael Naumann, Deutschland (deutsch)
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Wie wurde dieser
Vorschlag bei den anderen aufgenommen? |
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Persson nannte die Anregung eine "sehr gute
Idee". Er werde bei der Suche nach internationaler Unterstützung
helfen.
Zitat aus: Erinnern,
Erforschen, Erziehen - Spiegel Online, 28.01.2000, 16:01
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Was der Staatsminister vortrug, ist eine kühne Idee,
und wenn sie hielte, was sie verspricht, so wäre sie den
Friedensnobelpreis wert. Aber die Skepsis der europäischen Nachbarn,
speziell in London und Paris, kommt nicht von ungefähr. Sie sollte
Warnung sein vor überhöhten Erwartungen, Scheinaktivitäten und
Ankündigungen, die im Licht der weltpolitischen Kräfteverhältnisse sich
nicht durchhalten lassen, nicht einmal von den Vereinigten Staaten von
Amerika, die sich doch jüngst erst zur "indispensable nation"
erklärte - was von einem göttlichen Auftrag nur schwer zu unterscheiden
ist. ...
... Der moralische Weltmachtgestus kommt aus ehrbaren Gründen, die
in den Erfahrungen der jüngeren deutschen Geschichte liegen. Aber wenn im
Ernstfall weder der Wille noch die Möglichkeit zum Handel dahinterstehen
und erfahrungsgemäß selbst der Mut seine Grenzen hat, Nachteile oder
Opfer hinzunehmen, dann hilft das keinem Verfolgtem. ...
Zitat aus: Damit
etwas zu geschehen scheint - DIE WELT, 05.02.2000
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Abschließende Frage:
Sind alle Opfergruppen berücksichtigt worden? |
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Eine Gruppe fühlte sich in Stockholm völlig fehl am
Platze, obwohl das Forum auch ihnen gelten sollte: Die Roma und Sinti. Ihr
schwedischer Sprecher Stefano Kuzhicov sagte zum Abschluss: "Wir
kommen hier überhaupt nicht zu Wort, wozu sind wir eigentlich hier?"
Nur drei Sprecher hätten ihr Schicksal in ihren Reden erwähnt:
Tschechiens Präsident Vaclav Havel, Schwedens Ministerpräsident Göran
Persson und Bundeskanzler Gerhard Schröder.
Zitat aus: Frühwarnung
für den Völkermord - DIE WELT, 29.01.2000
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Siehe auch: |
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Das komplette Programm der Konferenz mit allen Ansprachen
im Volltext sind unter folgender Adresse zu finden (größtenteils in
englisch):
THE
STOCKHOLM INTERNATIONAL FORUM ON THE HOLOCAUST
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