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Erinnerung an den ersten deutschen
Kriegsdienstverweigerer
BM Oranienburg - Es war ein Freitag, der 15. September 1939. Über dem KZ
Sachsenhausen lastete eine unheimliche Stille. Augenzeugen berichten, dass
plötzlich ein Arbeitskommando anrückte, das auf dem Appellplatz einen
Schießstand aufbaute. Paul Buder erinnert sich, dass beim Einmarsch des
Kommandos ein SS-Mann zu ihm sagte: "Heute fährt einer von euch in den
Himmel."
Der eine war August Dickmann. Der Zeuge Jehovas aus Dinslaken, geboren am
7. Januar 1910, hatte - im Lager Sachsenhausen bereits inhaftiert, seine
Unterschrift zum Wehrdienst zurückgezogen, nachdem ihm seine Frau den
Wehrpass zugeschickt hatte. Drei Tage nach Kriegsausbruch hatte der damalige
Lagerkommandant Baranowsky den Häftling August Dickmann zum Verhör bestellt.
Von da kam der Kriegsdienstverweigerer nicht mehr ins Lager zurück, in dem
damals 600 Zeugen Jehovas und auch sein Bruder Heinrich von der SS
festgehalten und verhöhnt wurden.
Am 15. September führte sein Weg auf Himmlers persönlichen Befehl hin am
eigenen Bruder vorbei in den gewaltsamen Tod durch Pistolenkugeln von
SS-Aufsehern. Die 600 Zeugen Jehovas, und auch der Bruder von August Dickmann,
die im Lager aufgefordert wurden, mit ihrer Unterschrift den Kriegsdienst zu
akzeptieren, blieben trotz der Erschießung des ersten
Kriegsdienstverweigerers in Deutschland, über den sogar in der New York Times
berichtet wurde, standhaft.
An ihre Ablehnung für den Dienst in der Wehrmacht und dem heldenhaften
Widerstand von August Dickmann erinnern seit gestern zwei Tafeln an der
Lagermauer des ehemaligen KZ Sachsenhausen. Wolfram Slupina von den Zeugen
Jehovas in Deutschland und Adrianus Kamp, ein Überlebender des KZ
Sachsenhausen aus den Niederlanden, verneigten sich zusammen mit weiteren
Gästen vor den Tafeln. |
August Dickmann. Das Foto entstand kurz nach seiner Verhaftung.
Der
Niederländer Adrianus Kamp ist Überlebender des KZ.
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