Der im Film ausführlich zu Wort kommende Historiker Dr. Detlef
Garbe, Leiter der
KZ-Gedenkstätte Hamburg-Neuengamme, befasst sich nahezu zehn
Jahre wissenschaftlich mit der Geschichte der Zeugen Jehovas. Obwohl er
seine "kritische Distanz nicht aufgegeben" habe, bekennt er: "Gleichwohl
prägt mich tiefe Dankbarkeit und großer Respekt vor jenen Zeugen
Jehovas, denen ihr Gottesglaube und ihr Vertrauen auf die biblischen Verheißungen
jene Kraft gaben, die Ehrfurcht vor dem Leben auch in jener schrecklichen
Zeit zu wahren.
Wir alle, Zeugen Jehovas und Nicht-Zeugen Jehovas, dürfen die Geschichte
der Häftlinge mit dem lila Winkel nicht vergessen. Sie waren ein Lichtblick
in dunkler Zeit".
Aus den zusammengetragenen Forschungsarbeiten ergeben sich für
die Historiker u.a. folgende belegte Fakten: "Jehovas Zeugen . . . wurden
bereits wenige Monate nach der 'Machtergreifung' verboten" (Dr. Garbe).
Die Gestapo setzte ein Sonderkommando ein, um Jehovas Zeugen systematisch
zu jagen und einzusperren. Dazu Dr. Garbe: "Ab 1935 waren aber sehr viele
Zeugen Jehovas in den nationalsozialistischen Gefängnissen und Lagern.
In den Konzentrationslagern der Vorkriegszeit stellten die Zeugen Jehovas
deshalb auch eine vergleichsweise große Gruppe, bezogen auf die Gesamtzahl
der Inhaftierten. Ungefähr fünf bis zehn Prozent der Konzentrationslagerhäftlinge
in der Vorkriegszeit waren Zeugen Jehovas . . . über die Konzentrationslager
hinaus fanden sich Zeugen Jehovas in nahezu oder vermutlich wohl in allen
Gefängnissen."
Wulff E. Brebeck, Leiter des Kreismuseums und der Gedenkstätte
Wewelsburg, bestätigt:
"Der erste Transport, der im Mai 1939 nach Ravensbrück gekommen
ist, bestand . . . mehrheitlich aus Bibelforscherinnen" (Dr. Jacobeit).