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Eine Zeit verblichener Menschlichkeit:
Standhaft trotz Verfolgung
Den Anstoß, der Opfer des NS-Regimes in nachdrücklicher Form
zu gedenken, gab Bundespräsident Roman Herzog. Jehovas Zeugen nahmen
dies zum Anlass, einen informativen und beeindruckenden Film "Standhaft
trotz Verfolgung - Jehovas Zeugen unter dem NS-Regime" zu inszenieren.
Eine sachliche, nahgeschichtliche Aufzeichnung als Dokumentation von zehn
international anerkannten Historikern sowie nachempfunden und bestätigt
durch zwanzig noch lebende Zeitzeugen.
Sie sind uns allen bekannt, vom Straßenbild und der eigenen Haustür.
Doch wie gut kennen wir sie wirklich? In dunkler Vergangenheit zeigten
diese Menschen einen über das Normale hinausgehenden Mut. Das abverlangt
Respekt, verbunden mit der Frage: Hätte ich diese Standhaftigkeit
gehabt?
Ihre Zahl war klein, gemessen an den Millionen, die während des
NS-Regimes litten oder umkamen. Dennoch zählten etwa zehntausend Zeugen
Jehovas zu diesen Opfern aus christlicher Überzeugung, von denen nahezu
zweitausend ihr Leben verloren, Hunderte durch Hinrichtung.
Seit Beginn des Hitler-Regimes, also bereits Jahre vor dem zweiten
Weltkrieg, wurde diese kleine Gruppe von Christen wegen ihres Glaubens
unbarmherzig verfolgt, aber nie zum Schweigen gebracht. Ob als Gemeinschaft
oder Einzelpersonen bewahrten Jehovas Zeugen ihren Standpunkt strikter politischer Neutralität und den biblischen Grundsatz: "Man
muss Gott mehr gehorchen als den Menschen".
Weder gnadenlose Verfolgung noch Todesgefahr vermochten ihre Standhaftigkeit
und Loyalität gegenüber Gottes Gesetzen sowie christlichen Werten
und Verpflichtungen zu brechen. Mit Zivilcourage und bewundernswertem Mut
widersetzten sie sich kompromisslos der Gleichschaltung mit einem
menschenverachtenden System. Das im NS-Deutschland allübliche ´Heil
Hitler´ kam nicht über ihre Lippen. Rassisches Vorherrschaftsdenken
war ihnen fremd. Sie hatten sich biblischen Grundsätzen auf der Basis
von Liebe zu Gott und den Menschen verschrieben. Das war unvereinbar mit
der NS-Diktatur und Gewaltherrschaft eigener Prägung.