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Sich der Vergangenheit bewusst werden
Göttingen (kk). "Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus - 27.
Januar": So heißt eine zehnteilige Veranstaltungsreihe des gleichnamigen
Bündnisses.
Die Nacht des 9. auf den 10. November 1938 ist als "Progromnacht"
bekannt geworden. Nationalsozialistischer Terror gegen jüdische Bürger fand
in ihr einen Höhepunkt. Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrationslager
Auschwitz befreit. Beide Tage sind in Deutschland Gedenktage. Keine jüdischen,
sagt Eva Tichauer-Moritz, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Göttingen.
"Wir haben unsere eigenen". Dennoch sei es wichtig, sich der
Geschehnisse der Vergangenheit bewusst zu werden.
Die Jüdische Gemeinde ist deshalb Mitglied des Göttinger Bündnisses
"Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus - 27. Januar", das
auch in diesem Jahr eine gleichnamige Veranstaltungsreihe organisiert hat.
Koordiniert wird das Bündnis von der Geschichtswerkstatt Göttingen und dem
DGB-Kreis Göttingen-Northeim. Das städtische Kulturamt fördert die
Veranstaltungen.
Start ist am 9. November mit einer Gedenkveranstaltung am Platz der
Synagoge. Beginn ist um 18 Uhr. Um die Verfolgung der Zeugen Jehovas während
der NS-Diktatur geht es am Montag, 15. November, um 19 Uhr im Alten Rathaus.
Ein Vortrag über Juden in Göttingen 1945 bis 1949 beginnt am Donnerstag, 25.
November, um 20.15 Uhr im Zentralen Hörsaalgebäude, Raum 003.
Bis zum 30. Januar folgen weitere Veranstaltungen, die dem Gedenken der
Opfer des Nazi-Regimes gewidmet sind. "Das klingt vergangenheitsbehaftet,
aber gerade im Moment scheint uns die Geschichte wieder einzuholen", sagt
der DGB-Kreisvorsitzende Sebastian Wertmüller und spielt damit auf die für
Sonnabend, 6. November, angemeldete NPD-Demonstration an. Zu der
Gegendemonstration des DGB haben die Mitglieder des Bündnisses fast
geschlossen aufgerufen.
Siehe auch:
»Am mutigsten waren immer wieder die Zeugen
Jehovas«
Montag, 15. November 1999, Göttingen
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