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Standhaft trotz
Verfolgung
Ausstellung zum Schicksal der Zeugen Jehovas in der NS-Zeit
LUDWIGSBURG. Die Zeugen Jehovas gehören
zu den Verfolgten des NS-Regimes. Eine Ausstellung im Staatsarchiv Ludwigsburg
erinnert derzeit an das Schicksal der bibeltreuen Religionsgemeinschaft im
Dritten Reich.
Die Zeugen Jehovas haben von den Nationalsozialisten ein
eigenes Stigma verpasst bekommen: den lila Winkel. Wer ihn trug musste um sein
Leben fürchten. 2000 Zeugen Jehovas wurden während des Dritten Reichs in
Konzentrationslager verschleppt. Viele überlebten die Internierung nicht.
"Die Zeugen Jehovas wurden genauso rigoros verfolgt wie die Juden",
erklärte der Historiker Hubert Roser zur Eröffnung der Ausstellung im
Ludwigsburger Staatsarchiv.
"Standhaft trotz Verfolgung" heißt die Ausstellung.
Der Titel weist darauf hin, dass sich die Zeugen Jehovas auf ihre Weise gegen
die nationalsozialistischen Machthaber zur Wehr gesetzt haben. Nachdem die
Religionsgemeinschaft verboten worden war, trafen sich in konspirativen
Bibel-Lesegemeinschaften und besorgten sich aus dem Ausland illegal den "Wachrturm".
Wer dabei von der Gestapo erwischt wurde, landete im Gefängnis oder im KZ.
Am stärksten litten wehrpflichtige Zeugen Jehovas unter den
Nazis. Das Beispiel des Biesigheimers Ernst Wilhelm Zehender verdeutlicht
dies. Der Zeuge Jehovas wurde am 5. Februar
1938 einberufen und nur zwei Tage später verhaftet, weil er
den Dienst an der Waffe verweigerte. Zehender wurde bis März 1941 ins Gefängnis
gesperrt, das Sorge-
recht für seine zwei Kinder wurde ihm entzogen. Am 4. Juni 1941 erhielt Zehender
erneut
einen Stellungsbefehl. Weil der religiös überzeugte Pazifist auch diesen
nicht befolgte,
wurde er im Januar 1942 gehängt.
Die Ludwigsburger Ausstellung soll an solche Schicksale
erinnern. "Man kann zu
den Zeugen Jehovas stehen, wie man will", sagte der Historiker Roser bei
der Eröffnung,
"die Opfer des Nationalsozialismus haben in jedem Fall unseren
Respekt verdient."
Die Ausstellung "Standhaft trotz Verfolgung" ist
bis zum 17. Dezember im Staatsarchiv
Ludwigsburg, Arsenalplatz 3, zu sehen.
Die Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9 - 19 Uhr, Samstag und Sonntag 10 -
17 Uhr. Während der Ausstellung finden mehrere Vorträge und Diskussionen
statt. Weitere Informationen unter Telefon 01 71/ 4 74 25 08.
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