Quelle: Marktspiegel, 8. November 2000

Neue Straßennamen
Straßenschilder erinnern an engagierte Glaubensleute

ERLANGEN - Vier Straßen auf der Brucker Höhe und an der A 73 bekamen vom Umwelt-, Verkehrs- und Planungsausschuss einen Namen, ebenso ein Weg am Neustädter Friedhof.

So wurde die Verbindung vom Bierlachweg entlang der Freizeitanlage bis zum Buckenhofer Weg in Gustav-Heyer-Weg sowie der Weg von der Fröbelstraße und am Bruker Seela zur Paul-Gossen-Straße in Georg-Elser-Weg benannt. Die Strecke von der Bachfeldstraße parallel zum Frankenschnellweg A 73 bis zur Felix-Klein-Straße heißt künftig Johann-Walther-Weg und der Steg über die A 73 in Verlängerung  der Sandbergstraße Joseph-Lang-Steg.

Wie das Rathaus bekannt gibt, gedenkt die Stadt mit Gustav Heyer des ersten Erlanger Zeugen Jehovas, der 1942 in Schloss Hartheim bei Linz wegen seines Glauben vergast wurde. Georg Elser ging durch seinen Attentatsversuch auf Adolf Hitler in die Geschichte ein, für den er kurz vor Kriegsende ermordet wurde. Mit Johann Walter und Joseph Lang wird an zwei Erlanger Pfarrer erinnert. Walther war von 1916 bis 1925 evangelischer Pfarrer in Bruck und hat sich dort besondere Verdienste um die Kleinkinderschule und die Gründung einer Baugenossenschaft erworben. Pfarrer Joseph Lang war in der katholischen Gemeinde St. Peter und Paul tätig, wo er sich besonders um die Jugend sowie um die Alten und Kranken kümmerte.

Als eine große Vorkämpferin der Ökumene zu einer Zeit, als dies keinesfalls selbstverständlich war, gilt Margarete Stock, die von 1758 bis 1829 in Erlangen lebte. Nicht weit entfernt von ihrem Grabmal auf dem Neustädter Friedhof erinnert nun der Weg an der nördlichen Mauer dieses Friedhofs zwischen Friedrich-List-Straße und Münchener Straße an die engagierte Bürgerin.


Gustav Heyer
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