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"Standhaft trotz Verfolgung"
Bilanz einer erfolgreichen Ausstellung
Unerwartet hohe Resonanz zeugt von notwendigem Aufklärungsbedarf
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Informationen aus erster Hand
Waldkirch. Die Ausstellung "Standhaft trotz Verfolgung - Jehovas
Zeugen unter dem NS-Regime" hat am Donnerstag ihre Pforten geschlossen.
Mit 600 Besuchern bei der Eröffnungsveranstaltung am vergangenem Sonntag und
über 900 Ausstellungsbesuchern wurden die Erwartungen der Waldkircher
Gemeinde der Zeugen Jehovas bei weitem übertroffen.
Die
Wanderausstellung, die auf 50 Schautafeln das Schicksal der Bibelforscher
während des NS-Regimes dokumentierte, war im Foyer der Stadthalle zu sehen.
Neben umfassendem Anschauungsmaterial und der Möglichkeit, eine
Videodokumentation in en Ausstellungsräumlichkeiten zu betrachten, wurde vor
allem von der Jugend die Gelegenheit geschätzt, mit den anwesenden Zeitzeugen
Georg und Walter Schmidt ins Gespräch zu kommen. Insgesamt zehn Schulklassen
- davon acht aus dem Geschwister-Scholl-Gymnasium - nutzten die Gelegenheit,
eine Schulstunde ihres Geschichts- bzw. Religionsunterricht auf der
Ausstellung zu verbringen. Ein Lehrer, der mit drei Schulklassen in Folge
diese Form der Unterrichtsgestaltung wählte, konnte die Führung der Schüler
durch die Ausstellung bei der letzten Gruppe selbst übernehmen. Sowohl die
Lehrer als auch die Schüler waren von den Gesprächen mit den Zeitzeugen
beeindruckt. So hörten sie die Verfolgungsgeschichte von Zeugen Jehovas,
deren "Verbrechen" es war, den "Deutschen Gruß" und den
Kriegsdienst zu verweigern, aus erster Hand.
Die
Reaktionen der Besucher auf die gezeigten Bilder und Gespräche zeigen, dass
durch diese Ausstellung zum Nachdenken angeregt wurde. Eine Besucherin schrieb
ins Gästebuch: "Sehr beeindruckend, ergreifend, beschämend. Diese
Ausstellung werden hoffentlich viele Menschen wahrnehmen - auch als Signal,
Schweigen zu durchbrechen." Ein weiterer Besucher: "Es geht bis ins
Herz - es sollte sich nie wiederholen." "Nie wieder Krieg - nie
wieder Krieg!" ist der Aufruf eines anderen Besuchers.
Meilenstein in der Gemeindechronik
Helmut
Koch, der Vorsitzende der Waldkircher Gemeinde der Zeugen Jehovas, bedankte
sich bei allen, die die Ausstellung im Elztal ermöglicht haben. Die gute
Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung, insbesondere mit Frau Bruns, und die
Unterstützung der Hallenmeister Schweikert und Zink haben für einen
reibungslosen Ablauf gesorgt. Die Grußworte von Herrn Hennefahrt und das
Referat von Prof. Dr. Wette bei der Eröffnungsveranstaltung waren Höhepunkte
dieser arbeitsreichen Woche. Einen besonderen Dank richtete Koch an die
anwesenden Zeitzeugen Georg (74) und Walter Schmidt (80). Beide standen trotz
ihres hohen Alters die ganze Ausstellungswoche den Besuchern Rede und Antwort.
Für die Gemeinde der Zeugen Jehovas in Waldkirch, die in vielen
Arbeitsstunden sich auf die Ausstellung vorbereitet hatte, ist der
erfolgreiche Verlauf ein Meilenstein in der Gemeindechronik.
Alle, die
keine Gelegenheit hatten, die Ausstellung zu besuchen, können sich im
Internet unter der Adresse "www.standhaft.org"
über diese Thematik informieren. Auf dieser privaten Homepage kann man auch
nochmals das ausgezeichnete Referat von Prof. Dr. Wette nachlesen. Die
Ausstellungstafeln werden nun von Waldkirch nach Karlsruhe transportiert, wo
in zwei Wochen eine ähnliche Veranstaltung stattfinden wird.
Siehe auch:
Die Opfer der Zeugen Jehovas
Badische Zeitung, 22. März 2000
Jehovas Zeugen verweigerten sich Hitlers
Kriegen 1939-45
Rede von Prof. Dr. Wolfram Wette
Widerstand aus christlicher Überzeugung
Elztäler Wochenbericht - Donnerstag, den 16. März 2000
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